Einleitung

 

Seit Ende der 60er Jahre hat sich in Deutschland der Begriff und das sich ständig weiterentwickelnde Konzept der mobilen Jugendarbeit parallel zu Begriffen wie Straßensozialarbeit, Stadtteilarbeit und Gemeinwesenarbeit etabliert. Die mobile Jugendarbeit spricht ihre Zielgruppe im öffentlichen Raum an. Ausgangspunkt für intensive Beziehungsarbeit sind die Fähigkeiten und Ressourcen der Zielgruppe und nicht deren Defizite und Probleme. Die mobile Jugendarbeit bedient sich verschiedener Methoden, versteht sich als Drehscheibe und Vernetzungspool.

 

Neben kontinuierlichen Beratungsangeboten und Informationsvermittlung nimmt die mobile Jugendarbeit in akuten Notsituationen von Jugendlichen innerhalb der Zielgruppe ihre soziale Verantwortung wahr: Hilfe wird grundsätzlich niederschwellig und unbürokratisch durch sofortiges Reagieren und Aufklären zum Teil noch vor Ort bis hin zu sozialarbeiterischer Einzelfallhilfe und Weitervermittlung zu spezialisierten Sozialeinrichtungen angeboten.

 

Neben einer dichten und koordinierten Vernetzung wird zusammen mit Jugendlichen versucht, Unterstützer und Befürworter für ihre Anliegen zu gewinnen. Mobile Jugendarbeit hält Kontakt zu Entscheidungsträgern, Repräsentanten, Bewohnern, Schulen und jugendrelevanten Einrichtungen des Ortes und richtet den Focus auf die Interessen, Bedürfnisse und Probleme der Jugendlichen im öffentlichen Raum.

 

Die aufsuchende Straßensozialarbeit ist praktischer Ausgangspunkt in der mobilen Jugendarbeit. Dabei handelt es sich um ein In-Beziehung-Treten zu Jugendlichen im öffentlichen Raum. Der Kontakt erfolgt nach dem Prinzip der Freiwilligkeit. Zielstellung ist, eine akzeptierte Teilnahme an jugendlichen Lebenswelten sowie nachfolgend eine Vertrauensbasis als Arbeitsgrundlage herzustellen. Dies ist oft ein Balanceakt zwischen größt-möglicher Zielgruppennähe und Niederschwelligkeit einerseits sowie Profes-sionalität und Transparenz als Jugendarbeiter/in andererseits.

 

Mobile Jugendarbeit leistet gezielt Öffentlichkeitsarbeit im Sinne von praktizierender Lobbyarbeit. Sie ist eine Interessenvertretung für die Belange und Bedürfnisse der Zielgruppen sowie für die Jugendlichen an sich. Dies geschieht auf mehreren Ebenen. Öffentlichkeitsarbeit wird, unter Einbeziehung der Jugendlichen, nicht nur auf Gemeindeebene betrieben, sondern auch im Sinne praktizierender sozialpolitischer Lobbyarbeit darüber hinaus erweitert. Die Probleme und Sichtweisen der Jugendlichen sollen in ihren Zusammenhängen nach außen transportiert werden.

 

Gesetzliche Grundlagen

 

Bei der mobilen Jugendarbeit sind nachfolgende gesetzliche Grundlagen zu beachten:

 

§ 11 Abs. 1 KJHG <Jugendarbeit>

Jungen Menschen sind die zur Förderung ihrer Entwicklung erforderlichen Angebote der Jugendarbeit zur Verfügung zu stellen. Sie sollen an den Interessen junger Menschen anknüpfen und von ihnen mitbestimmt und mitgestaltet werden, sie zur Selbstbestimmung befähigen und zu gesell-schaftlicher Mitverantwortung und zu sozialem Engagement anregen und hinführen.

 

§ 13 Abs. 1 KJHG <Jugendsozialarbeit>

Jungen Menschen, die zum Ausgleich sozialer Benachteiligung oder zur Überwindung individueller Beeinträchtigungen in erhöhtem Maße auf Unterstützung angewiesen sind, sollen im Rahmen der Jugendhilfe sozialpädagogische Hilfen angeboten werden, die ihre schulische und berufliche Ausbildung, Eingliederung in die Arbeitswelt und ihre soziale Integration fördert.

 

Zielgruppen

 

Die mobile Jugendarbeit richtet sich an gesellschaftlich, sozial und familiär benachteiligte Jugendliche beiderlei Geschlechts Junge Menschen, deren subjektive Wahrnehmung ihrer Lebenswelt oftmals eingeschränkt ist bzw. deren Zukunft sogar aussichtslos erscheint, haben der Arbeitswelt, Schule und Familie den Rücken gekehrt. Viele Angebote innerhalb der Gemeinde erreichen diese jungen Menschen nicht mehr oder nur unzulänglich.

 

Diese Jugendlichen werden nur noch selten von Lehrern, Eltern und anderen Erwachsenen erreicht. Sie scheuen öffentliche Einrichtungen und trauen keinem mehr. Derartige Randgruppen über langfristige Beziehungsarbeit zu erreichen, ist Zielsetzung mobiler Jugendarbeit.

 

Der Zugang zu den Gruppen kann nur über Freiwilligkeit erfolgen. Dies umfasst die Entscheidung über den Kontakt und das Maß der Inanspruchnahme der Beziehung durch den Jugendlichen. Offenheit und Ehrlichkeit sind unverzichtbare Elemente der mobilen Arbeit.

 

Umsetzung

 

Mobile Jugendarbeit in der Gemeinde Winsen (Aller)

  • ist Arbeit im präventiven Bereich. Dabei muss man sich bewusst machen, dass junge Menschen Probleme verursachen können, weil sie selbst Probleme haben. Mobile Jugendarbeit in unserer Gemeinde kann also nur funktionieren, wenn man die Ursachen sucht und so weit als möglich behebt.
  • hat die Aufgabe, persönliche und gesellschaftliche Ressourcen mit dem Grundsatz der Hilfe zur Selbsthilfe zu erschließen.  Dies umfasst die Unterstützung der Jugendlichen in allen sie betreffenden Lebenssituationen.
  • ist Bindeglied zwischen den Jugendlichen und bereits bestehenden Hilfeeinrichtungen.
  • fördert den Dialog in der Gemeinde mit den Jugendlichen und den Abbau der gegenseitigen Ausgrenzung.
  • will durch Beteiligung an demokratischen Prozessen Jugendliche in das Gemeinwesen einbinden. Sie sollen ihr Recht auf Mitgestaltung und Mitbestimmung ihres Lebensraumes wahrnehmen und dadurch schrittweise in die Eigenverantwortung geführt werden.
  • muss durch niederschwellige Angebote, die an der realen Lebenswelt der Jugendlichen orientiert sind, Vertrauen aufbauen und so den Zugang zu den Jugendlichen finden.
  • steht auf Seiten der Jugendlichen und arbeitet flexibel und bedürfnisgerecht.
  • bietet Projekte, Aktionen, Freizeiten und Hilfen für Jugendliche an.
 

Plauderkasten

Jamie
Hallo...
Ich vermisse sehr die BMX Conteste im Böse Park... Meine Frage wäre ob ihr nächstes Jahr w...
Samstag, 07. Oktober 2017
Britta
Liebe Sandra, das Mindestalter beträgt 16 Jahre. :cry
Montag, 02. Oktober 2017
Sandra
Hallo, wie alt muss man für die Lan Party sein? Darf man als 14 jähriger mitmachen?

Gruß von eine...
Donnerstag, 28. September 2017
Viktor Moor
Hi!
Wär es möglich Dota2 nächstes jahr mit aufzunehmen?
Sonntag, 24. September 2017